RUBY RUBACUORI

Dieter Bohlen

Ruby Rubacuori – das Mädchen und der Präsident

Es geht um Macht, Geld, Sex, um einflussreiche Männer und schöne, junge Frauen – die Geschichte von Ruby Rubacuori hat alles, was eine spannende Geschichte haben sollte. Die Ruby-Affäre oder auch Rubygate hat vor sieben Jahren die politische Welt in Atem gehalten und dazu beigetragen, dass der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi letztendlich seinen Hut nehmen musste. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine junge Frau, die monatelang die Schlagzeilen gefüllt hat – Ruby Rubacuori – Ruby, die Herzensbrecherin.

Ein Mädchen aus Marokko

Ruby Rubacuori kam unter dem Namen Karima el-Mahroug am 1. November 1992 in Marokko zur Welt. Als sie elf Jahre alt ist, zieht die Familie nach Messina auf die italienische Insel Sizilien. Mit 14 Jahren verlässt das Mädchen ihr Elternhaus, nachdem sie ein Verhältnis mit einem über 20 Jahre älteren Mann begonnen hat. Sie schlägt sich als Zimmermädchen, Bauchtänzerin und Kosmetikerin durch und bekommt in Genua eine Tochter von einem 41 Jahre alten Mann, mit dem sie über ein Jahr lang zusammenlebte. Im Mai 2010 wird Karima el-Mahroug in Mailand unter dem Verdacht des Diebstahls von der Polizei festgenommen. Sie soll eine Uhr, und 3000 Euro gestohlen haben und da sie keine gültige Aufenthaltsgenehmigung hat und wegen verschiedener Delikte gesucht wird, landet die junge Frau im Gefängnis. Dort beginnt die Ruby-Affäre, die bis heute viele Fragen aufwirft.

Ein wichtiger Anruf

Nachdem die 17-Jährige ins Gefängnis gebracht wurde, ging bei der Polizei in Mailand ein Anruf ein. Der Anrufer war Silvio Berlusconi und er behauptete, das junge Mädchen sei die Nichte des damaligen ägyptischen Regierungschefs Husni Mubarak. Berlusconi will angeblich dem Mädchen „aus der Not helfen“ und erreicht, dass Karima mitten in der Nacht aus dem Polizeigewahrsam entlassen wird. Als die Staatsanwaltschaft im Dezember des Jahres 2010 in Mailand damit beginnt, gegen Silvio Berlusconi zu ermitteln, taucht auch der Name Karima el-Mahroug wieder auf, allerdings nennt sich das Mädchen jetzt Ruby Rubacuori. Sie wird von der Staatsanwaltschaft verhört und ihre Geschichte sorgt weltweit für Empörung.

Zeugin der Anklage

Ruby erzählt den Behörden, sie sei mehrfach zu Partys in die Villa von Berlusconi eingeladen worden. Der Politiker habe sie reich beschenkt, und da sie keine Papiere und auch keine Aufenthaltsgenehmigung hatte, wollte sich Berlusconi persönlich um diese Angelegenheiten kümmern. Eine Gegenleistung in Form von Sex soll Berlusconi aber nicht verlangt haben. 30.000 Euro hat ihr der Politiker geschenkt, sagte Ruby bei der Polizei aus, dazu ein Auto, teure Designer Mode und auch Schmuck. Alles in allem hat Berlusconi 187.000 Euro für das junge Mädchen ausgegeben. Unter dem Druck der Staatsanwaltschaft gesteht Ruby schließlich, dass sie 13 Mal Sex mit dem Ministerpräsidenten gehabt hat und diese Aussage bringt Berlusconi endgültig zu Fall.

Der Prozess des Jahres

Nachdem die Immunität Berlusconis aufgehoben wurde, begann vor einem Gericht in Mailand der Prozess. Silvio Berlusconi wurde unter anderem wegen Verführung Minderjähriger angeklagt und musste sich außerdem wegen Amtsmissbrauch verantworten.Der Angeklagte sah die Geschichte allerdings etwas anders. Ihn habe die „schmerzvolle, bewegende Geschichte“ des Mädchens gerührt und er sei lediglich das Opfer einer bösen Intrige seiner politischen Gegner geworden.