MARCUS PRINZ VON ANHALT

Dieter Bohlen

Marcus Prinz von Anhalt – Adel verpflichtet

Nicht bei jedem, der ein „von“ im Titel hat, fließt auch blaues Blut durch die Adern. Wer sich vom Adel adoptieren lässt, der darf sich Prinz nennen, kann aber nicht auf einen langen Stammbaum zurückblicken. Das trifft auch auf Marcus von Anhalt zu, der am 20. Dezember 1966 im idyllischen Pforzheim als Marcus Eberhardt auf die Welt kommt. Der gelernte Metzger und Koch hatte eine bestimmte Vorstellung von seinem Leben, und als er einen dubiosen Adligen kennenlernt, nimmt diese Vorstellung schnell Gestalt an.

Ein Metzger sorgt für Aufsehen

Im Alter von 40 Jahren hatte Marcus Eberhardt genug vom bürgerlichen Leben und beschloss, sein Image mit einem Adelstitel ein wenig aufzupeppen. Als er Frédéric von Anhalt, den Ehemann der amerikanischen Schauspielerin Zsa Zsa Gabor kennenlernt, rückt der Traum vom Titel und dem Adelskrönchen immer näher. Gegen Bezahlung, wie es heute heißt, adoptiert von Anhalt den bürgerlichen Metzger aus der deutschen Provinz und sorgt damit für reichlich Schlagzeilen in den Zeitungen und den entsprechenden Fernsehformaten. Marcus Prinz von Anhalt, wie sich Marcus Eberhardt jetzt nennt, nutzt den neuen Titel und wird zum Geschäftsmann.

Der Prinz im horizontalen Gewerbe

Als Prinz von Anhalt fällt es offenbar leicht, Geschäfte zu machen. Mit dem neuen Titel wird der gelernte Koch zum Inhaber mehrerer Bordelle und Clubs, zu denen unter anderem auch die internationale Tabledance-Kette Pure Platinum“ gehört. In die Schlagzeilen kommt der Neu-Prinz zum einen, weil einer seiner Clubs nach nur vier Monaten wieder geschlossen wurde und zum anderen, weil die Baywatch-Nixe Pamela Anderson gegen Bezahlung sowie einer Spende an die Tierschutzorganisation PETA in einem seiner Clubs auftrat. Als der Prinz die Schauspielerin in die Ferien begleitet, ist das dem seriösen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ einen fünfseitigen Bericht wert.

Bekannt aus dem Fernsehen

Neben seinem Geschäft mit der käuflichen Liebe hat Marcus von Anhalt aber noch ein zweites Standbein: Das Fernsehen. Gern tritt er in den sogenannten Scripted-Reality-Formaten auf und zeigt seinen extravaganten Lebensstil in diversen Metropolen dieser Welt, was ihm den Namen „Protzprinz“ einbrachte. Im „Nachtcafé“ des SWR äußerte sich der Prinz zum Thema „Weniger ist mehr – vom Luxus zum Verzicht“, stellte aber kurze Zeit später in der Sendung „Taff“ sein damaliges Anwesen nebst dem Playmate Janine Habeck vor. In der Tanzshow „YES WE CAN DANCE“ in Sat1 tanzte Marcus von Anhalt zusammen mit Jürgen Milski (Big Brother) und Nico Schwanz, dem Ex Mister Germany, um die Wette. Auch kochend konnte das Fernsehpublikum den Prinzen bewundern, als er mit Markus Becker, Lisa Bund und Jessica Wahls bei „Das perfekte Promi-Dinner“ des Senders Vox auftrat.

Im Konflikt mit dem Gesetz

Marcus von Anhalt hat sich nicht nur Freunde gemacht. Zu seinen Kritikern gehört unter anderem der Rapper Bushido, der sich in seinem Lied „Mitten in der Nacht“ abfällig über den Prinzen äußerte. Vier Jahre seines Lebens hat der heutige Prinz hinter Gefängnismauern zugebracht, unter anderem wegen räuberischer Erpressung, Zuhälterei, Menschenhandel und gefährlicher Körperverletzung. 2014 wurde er erneut angeklagt, diesmal wegen Steuerhinterziehung. Gegen das Urteil klagte der Prinz bis um Bundesgerichtshof, verurteilt wurde er schließlich zu drei Jahren Haft.